Warum Orientierung für kritische Einrichtungen wichtiger denn je ist.
Kritische Einrichtungen stehen heute vor einer Vielzahl neuer Herausforderungen. Cyberangriffe, Naturereignisse, geopolitische Entwicklungen oder Ausfälle kritischer Lieferketten zeigen immer deutlicher, wie eng Sicherheit, Krisenmanagement und Resilienz miteinander verknüpft sind.
Mit der europäischen CER-Richtlinie und ihrer Umsetzung in nationales Recht steigen gleichzeitig die Anforderungen an Betreiber kritischer Einrichtungen. Viele Organisationen stellen sich daher dieselbe Frage:
Wie lassen sich diese Anforderungen in der Praxis sinnvoll umsetzen?
Genau mit dieser Fragestellung beschäftigte sich das KIRAS-Forschungsprojekt PUKE – Projekt zur Unterstützung Kritischer Einrichtungen.
Gemeinsam Orientierung schaffen
Unter der Konsortialführung der Hochschule Campus Wien wurde gemeinsam mit Protectum Solutions und Die Krisenplaner GmbH ein praxisorientierter Leitfaden entwickelt, der Organisationen bei der Umsetzung der neuen Anforderungen unterstützen soll.
Als Bedarfsträger begleitete die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) im Bundesministerium für Inneres das Projekt und brachte die Anforderungen aus behördlicher Sicht ein.
Für Krisenplaner-Geschäftsführer Markus Glanzer war die Mitarbeit an diesem Projekt eine besondere Gelegenheit, seine langjährige Erfahrung aus Beratung, Krisenstabsübungen und Trainings in die Entwicklung eines Leitfadens einzubringen, der nicht nur rechtliche Anforderungen beschreibt, sondern konkrete Orientierung für die Praxis bietet.
Unser Beitrag: Krisenmanagement und Wiederherstellung
Innerhalb des Projekts haben wir federführend die Kapitel Z3 – Reaktion auf Sicherheitsvorfälle sowie Z4 – Wiederherstellung nach Sicherheitsvorfällen erarbeitet.
Diese beiden Themen bilden aus unserer Sicht das Herzstück jeder resilienten Organisation.
Denn unabhängig davon, wodurch ein Ereignis ausgelöst wird – ob Cyberangriff, technischer Ausfall oder Naturereignis – entscheidet sich die tatsächliche Resilienz einer Organisation in zwei Phasen:
- Wie professionell wird auf ein Ereignis reagiert?
- Wie schnell gelingt die Rückkehr zum geregelten Betrieb?
Genau diese Fragen beschäftigen uns seit vielen Jahren in unserer täglichen Arbeit mit Unternehmen, Organisationen und Behörden.
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Resilienz beginnt lange vor der Krise
Immer wieder erleben wir, dass Organisationen viel Zeit in die Erstellung von Konzepten in die Krisenvorsorge investieren. Das ist wichtig. Noch wichtiger ist jedoch die Frage, ob diese Konzepte im Ernstfall tatsächlich funktionieren.
Ein Krisenmanagementsystem entfaltet seinen Nutzen erst dann, wenn Rollen klar definiert sind, Entscheidungswege bekannt sind und Verantwortliche ihre Abläufe regelmäßig trainieren. Resilienz entsteht deshalb nicht durch Dokumente allein.
Sie entsteht durch Vorbereitung, durch Übungen, durch Zusammenarbeit und durch die Bereitschaft, Strukturen kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Wissenschaft und Praxis gehören zusammen
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts war die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Behörden und Praxis. Gerade bei Themen wie Business Continuity Management, Krisenmanagement und organisatorischer Resilienz reicht theoretisches Wissen allein nicht aus.
Genauso wenig genügt reine Praxiserfahrung ohne wissenschaftliche Einordnung. Erst das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven schafft Lösungen, die sowohl fachlich fundiert als auch im Alltag anwendbar sind. Diesen Ansatz verfolgen wir auch in unserer täglichen Arbeit.
Unsere Erfahrungen aus Krisen, Übungen und Beratungsprojekten fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung unserer Methoden ein.
Ein Leitfaden als Orientierungshilfe
Der im Projekt entwickelte Leitfaden soll Organisationen dabei unterstützen, die Anforderungen des Resilienz kritischer Einrichtungen-Gesetzes (RKEG) und der europäischen CER-Richtlinie strukturiert umzusetzen.
Dabei versteht er sich nicht als starres Regelwerk, sondern als praxisnahe Orientierungshilfe.
Denn jedes Unternehmen, jede Organisation und jede kritische Einrichtung steht vor eigenen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, einen strukturierten Rahmen zu haben, an dem sich Verantwortliche orientieren können.
Unser Fazit
Resilienz entsteht nicht erst dann, wenn eine Krise eintritt. Sie entsteht lange davor!
Durch klare Verantwortlichkeiten, durch funktionierende Krisenmanagementstrukturen, durch regelmäßige Übungen und durch die Bereitschaft, aus Erfahrungen zu lernen.
Wir freuen uns, mit unserer Expertise einen Beitrag zu diesem wichtigen Projekt geleistet zu haben und hoffen, dass der Leitfaden viele Organisationen dabei unterstützt, ihre Handlungsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.
Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.
Weitere Informationen:
Webseite der DSN > Download: Leitfäden kritische Infrastruktur
Website Hochschule Campus Wien > Informationen zum KIRAS-Forschungsprojekt PUKE
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