COVID-19-Präventionskonzepte – Was Sie dabei beachten sollten!

In der aktuellen Verordnung (Mai 2021) für Österreich wurden die Bereiche, die ein COVID-19 Präventionskonzept benötigen, um einige Bereiche erweitert. Das ist einerseits sehr zu begrüßen, vor allem hinsichtlich der Öffnungen und in Richtung zurück zur Normalität. Andererseits bedeutet das allerdings, dass sich wesentlich mehr Unternehmen und Organisationen mit dem Thema auseinandersetzen müssen und aktuell mit der Entwicklung eines Präventionskonzeptes beschäftigt sind.

Was muss aktuell im Präventionskonzept stehen?

Was in einem Präventionskonzept stehen muss, hat sich leider in den Verordnungen laufend geändert. Mal ist z.B. die Risikobeurteilung drin, dann in der nächsten Version wieder nicht, usw.  Was bisher immer gleichermaßen gültig war und ist: Ein dem Stand der Wissenschaft entsprechendes Konzept zur Minimierung des Infektionsrisikos muss es sein. Und genau hier gilt es vorsichtig zu sein. Wir haben uns einige der Vorlagen für Präventionskonzepte angesehen, die so durch das Netz geistern und von den Dachverbänden für ihre Mitglieder bereitgestellt werden. Oft ohne weitere Erklärung, was damit zu tun ist oder wie diese umgesetzt werden müssen. Auch die Inhalte sind oft grundverschieden.

Aktuell in der 214. Verordnung, COVID-19-Öffnungsverordnung – COVID-19-ÖV und 1. Novelle zur COVID-19-Öffnungsverordnung, wird für ein Präventionskonzept folgendes als „muss insbesondere enthalten“ gefordert:

  • spezifische Hygienemaßnahmen
  • Regelungen zum Verhalten bei Auftreten einer SARS-CoV-2-Infektion
  • Regelungen betreffend die Nutzung sanitärer Einrichtungen
  • gegebenenfalls Regelungen betreffend die Konsumation von Speisen und Getränken
  • Regelungen zur Steuerung der Personenströme und Regulierung der Anzahl der Personen
  • Regelungen betreffend Entzerrungsmaßnahmen, wie Absperrungen und Bodenmarkierungen
  • Vorgaben zur Schulung der Mitarbeiter in Bezug auf Hygienemaßnahmen und die Durchführung eines SARS-CoV-2-Antigentests

Allein der Hinweis auf „insbesondere Inhalte“ gibt Auskunft darüber, dass es sehr wohl auch weiterer Inhalte bedarf, um den Stand der Wissenschaft zu erfüllen. Ein Präventionskonzept, das sich nur auf die in der Verordnung gelisteten Punkte bezieht, kann daher unter Umständen in Bezug auf den Stand der Wissenschaft zu wenig sein.

Was ist der Stand der Wissenschaft?

Der Stand der Wissenschaft ist die Zusammenfassung der jeweils gegenwärtigen Erkenntnisse einer oder aller Wissenschaft/en. Als aktuellen Stand der Wissenschaft können gültige, beweisbare und überprüfbare Erkenntnisse bezeichnet werden, die sich von anderen Ausprägungen des Standes der Wissenschaft identifizierbar und erkennbar unterscheiden. Genau deshalb müssen die Präventionskonzepte laufend überprüft und ggf. aktualisiert werden.

Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben. In einer der Vorversionen der Verordnung war die Durchführung von Risikomanagement gefordert. Dies steht aktuell so nicht mehr im Text. Und jetzt kommt das große „aber“.

Es steht explizit im Text: „…zur Minimierung des Infektionsrisikos“. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, muss man das Risiko kennen. Der Stand der Wissenschaft, um ein Risiko zu minimieren, ist es dieses zuerst zu identifizieren, zu analysieren, zu bewerten und dann Maßnahmen zu entwickeln. Bis das Risiko akzeptabel ist. Also muss Risikomanagement aus meiner Sicht sehr wohl ein Teil des Konzeptes sein. Wer also diesen Teil aus seinem Konzept gestrichen hat, wäre gut beraten diesen wieder aufzunehmen. Wer Risikomanagement in seinem Konzept oder seiner Vorlage gar nicht erfasst hat, sollte dies jedenfalls aufnehmen.

Unsere Empfehlung für Sie:

  1. Nehmen Sie sich die Zeit und setzten Sie sich mit dem Thema auseinander.
  2. Eine Kopie eines Konzeptes oder einer Vorlage ohne Anpassung an das eigene Unternehmen bzw. an die eigenen Gegebenheiten wird im Ernstfall bzw. bei einer Behördenprüfung oder vor Gericht wahrscheinlich nicht ausreichen.
  3. Setzen Sie sich im Zuge der Konzeptentwicklung mit dem Thema „Risiko“ auseinander.
  4. Ihr Konzept muss regelmäßig auf Aktualität geprüft und angepasst werden. Insbesondere bei neuen Verordnungen, muss eine Prüfung des eigenen Konzepts auf die Vorgaben erfolgen.
  5. Wenn Sie einen COVID-Beauftragten bestimmt haben, dann muss sich diejenige/derjenige über seine Rolle und Verpflichtungen im Klaren sein. COVID-Beauftragte im Sinne der Verordnung sind für die Umsetzung und Einhaltung der Maßnahmen verantwortlich. Die Tätigkeit ist nicht immer angenehm und kann zu Konflikten führen.

Ihre Schritte zum Präventionskonzept

Als kleine Hilfestellung hier unsere 7 Schritte:

  • Überblick über Vorlagen, Dokumente und Vorgehen schaffen 
  • Schutzzielsetzung des / Verantwortung für das Covid-19 Präventionskonzept festlegen
  • Identifikation und Analyse der Risiken
  • Maßnahmen zur Risikominimierung entwickeln und bewerten
  • Dokumentation im Covid-19 Präventionskonzept
  • Information, Schulung und Unterweisung der Mitarbeiter
  • Aktualisierungsverantwortung und Häufigkeit fixieren

Wir stellen Ihnen sehr gerne unser Vorlagenpaket für Ihr Präventionskonzept zur Verfügung. Dieses können Sie sich unter www.krisenplaner.at/download herunterladen und dann für Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation adaptieren. Wichtig ist: Passen Sie das Konzept an Ihre Gegebenheiten und Bedürfnisse an. Ein Gießkannen-Konzept oder die bloße Verwendung einer Standard-Vorlage reicht im Anlassfall und bei behördlicher Prüfung wahrscheinlich nicht aus.

Autor: Markus Glanzer | glanzer@krisenplaner.at

Veröffentlicht am: 20. Mai 2021

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